Ob er der richtige Mann am richtigen Platz ist, muss ernsthaft bezweifelt werden. Denn auf dem „Freunde von Europa“-Forum in Brüssel erklärte der US-Botschafter bei der NATO, Douglas Lute, er informiere sich über den Ukraine-Konflikt nicht – wie eigentlich zu erwarten wäre – über Geheimdienst-Expertisen, sondern über Facebook & Co.: „Ich meine, offen gesagt, ich lese mehr in den sozialen Medien darüber was im Donbass passiert, als in den formellen Berichten der Geheimdienst-Netzwerke. Dies ist so, weil diese Netzwerke heute nicht mehr existieren.“

Dass es diese Netzwerke heute nicht mehr gäbe, ist blanker Unsinn. Aber dafür strotzen Einträge auf Facebook oder Twitter nur so von Lügen und Unwahrheiten. Erst im April twitterte der US-Botschafter in der Ukraine Geoffrey Pyatt, das russische Militär würde seine Präsenz im Osten der Ukraine ausweiten. Als Beleg postete Pyatt ein zwei Jahre altes Foto von einem Luftwaffenstützpunkt in der Nähe von Moskau, wie der russische Nachrichtensender RT berichtete.

Anscheinend ist für Lute die aufmerksame Lektüre von Geheimdienstberichten zu anspruchsvoll und/oder zu zeitraubend. Da bezieht er seine Informationen lieber aus Meldungen von höchst fragwürdigem Wahrheitsgehalt, welche die Vertreter westlicher Staaten in sozialen Medien platzieren.

 

B. T.

 

 

(Bild: U.S. State Department/wikimedia.org)