Anders als in Österreich, wo die Amtskirche dem Zeitgeist huldigt, scheint sich die katholische Kirche in der Schweiz noch ihrer traditionellen Ausrichtung zu besinnen.Wie die „NZZ“ berichtete muss der Pfarrer der Schweizer Gemeinde Bürglen, im Kanton Uri nun seinen Hut nehmen. Er hatte im vergangenen Herbst ein lesbisches Paar gesegnet. Und das nach gründlicher Überlegung, wie er selbst zu Protokoll gab. Er erklärte, dass daran nichts Schlimmes zu finden wäre, wenn Autos, Tiere und auch Waffen gesegnet werden, müsste es auch möglich sein zwei Menschen, die ihr Leben mit Gott gehen möchten zu segnen. Er habe sich außerdem, so seine Verantwortung, die Zustimmung des Pfarrgemeinderates und des Kirchenrates eingeholt.

Der zuständige Bischof Vitus Huonder war allerdings anderer Meinung. Er erklärte, dass eine Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paares nicht mit der Lehre der katholischen Kirche in Einklang zu bringen sei. Der Pfarrer, dessen obrigkeitswidriges Verhalten nicht von gleichem Erfolg gekrönt war wie jenes des legendären Wilhelm Tell, der ebenfalls aus der Gemeinde Bürglen gestammt haben soll, hat seine Demission eingereicht.

 

W. T.

 

 

(Bild: Badener/wikimedia.org)