Allenthalben fühlen sich Schwule diskriminiert und ziehen, vor Gericht um ihre vermeintlichen Rechte durchzusetzen. Dabei können sie zumeist auf die Unterstützung und das Wohlwollen der Öffentlichkeit bauen. So fühlte sich auch Mr. Gareth in Nordirland, dem einzigen Teil des Vereinigten Königreiches, in welchem gleichgeschlechtliche Ehen bisher noch nicht erlaubt sind, in seinen Rechten eingeschränkt, als er bei Ashers Bakers Company eine Torte bestellen wollte, sein Auftrag jedoch abgelehnt wurde. Darauf zog der wackere Aktivist gemeinsam mit Nordirlands Gleichstellungskommission vor Gericht – und bekam Recht. Die Bäckerei wurde zu 500 Pfund Schadensersatzzahlung verurteilt, ein Sachverhalt, der heutzutage keine große Überraschung mehr darstellt.

Bedenklich ist bei dem Fall jedoch, dass die Bäckerei die Herstellung des süßen Naschwerks nicht verweigerte, weil der Kunde per se ein Homosexueller war, sondern weil der Bäcker die gewünschte Beschriftung der Torte „Support Gay Marriage“ („Unterstützt die Homo-Ehe“) aufgrund seiner christlichen Überzeugung verweigerte. Die zuständige Richterin erklärte allerdings, die Bäckerei betreibe ein Geschäft, das auf Profit ausgelegt und keine religiöse Gruppe sei. Zwar könne sie verstehen, dass die Besitzer „echte und tiefe religiöse Ansichten“ hätten, aber dennoch nicht über dem Gesetz stünden. Daher sah sie eine Diskriminierung des Kunden aufgrund seiner sexueller Orientierung und seiner politischen Einstellung als gegeben an.

Von dem Urteil enttäuscht zeigte sich der Geschäftsführer der Bäckerei. Er erklärte, man heiße alle Kunden willkommen und habe auch mit diesem Kunden keine Probleme gehabt, jedoch wehre man sich als Geschäftsinhaber dagegen, jede Kampagne und jeden Zweck unterstützen zu müssen, auch wenn er gegen die eigenen Ansichten verstoße.

 

M. H.

 

 

(Bild: Corey Balazowich/Flickr)