Ungleichbehandlung bei der Entlohnung oder fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind Dinge, über die Frauen zu Recht verärgert sind. Doch die Grünen im niederösterreichischen Perchtoldsdorf scheinen der Meinung sein, dass die Frauen andere Sorgen haben. Darauf lässt jedenfalls die Einladung zu einem „Frauen-Frühstück“ am 6. Mai schließen. Im Rahmen dieses „pipi“-feinen Vormittags wird eine Physiotherapeutin „rund um den Beckenboden“ aufklären. Aber das ist bei Weitem noch nicht alles: Ein weiteres Thema ist „Pinkeln im Stehen“ als „Option für ‚grausliche WCs‘ oder schwierige Orte (z. B. am Berg, auf einem Festival, beim Camping, ...)“, wie es in der Einladung heißt.

Außerdem wollen die Grüninnen „Urinallas zum Einmalgebrauch selber herstellen“ und das Modell eines Schweizer Unternehmens zur Mehrfachverwendung „kennenlernen“. Urinellas sind übrigens Hilfsmittel, die Frauen das Urinieren im Stehen erleichtern sollen.

Womit sich die Perchtoldsdorfer Grünen beschäftigen, sorgt wenig überraschend für Kritik. Für die freiheitliche Frauensprecherin Carmen Schimanek etwa ist diese Veranstaltung befremdlich. In einer Aussendung betont die FPÖ-Politikerin: Diese Themenwahl ist absolut unbegreiflich. Es gibt so viele Probleme in unserem Land, mit denen Frauen zu kämpfen haben und dann beschäftigen sich die Grünen mit so etwas! Das ist eine absolut unnötige Sache, die aber einen guten Einblick in das Gemütswesen der Grünen gibt.“ Zudem weist Schimanek darauf hin, dass die Grünen nach Aktionen wie „Natursektempfang am Kopulationsball“ wieder einmal tief in die Schmuddelkiste greifen und zeigen, dass sie „ein Sammelbecken für Fetischisten aber keine ernst zu nehmende politische Kraft sind.“

 

[Text: B. T.; Bild: hubbers/wikimedia.org]