Hunderte polnische Bauern haben mit ihren Traktoren die Autobahnen in und um Warschau blockiert. Die Landwirte protestieren gegen die, ihrer Meinung nach viel zu geringe finanzielle Unterstützung durch die Regierung, mit der von Wildschweinen verursachte Schäden auf Getreidefeldern abgegolten werden sollen. Darüber hinaus ist Polens Landwirtschaft vom russischen Einfuhrverbot, das Moskau wegen der EU-Sanktionen im Zuge der Ukraine-Krise beschlossen hatte, besonders betroffen. Zudem haben sich die Hoffnungen Warschaus, als Kompensation für das russische Einfuhrverbot, rascheren Zugang zum US-Markt zu bekommen, schnell zerschlagen.

Besonders verärgert sind die Bauern, weil die polnische Regierung die Ukraine großzügig mit Hilfszahlungen unterstützt, während die eigenen Landwirte mit mickrigen Beträgen abgespeist werden. „Meine erste und vorrangige Forderung an die Ministerpräsidentin ist heute, offenzulegen, woher die 100 Millionen Euro für die Ukraine kommen, wenn die Regierung nicht einmal die sieben Millionen Zloty (1,6 Millionen Euro) aufbringen kann, um den polnischen Bauern das zerstörte Getreide zu ersetzen“, kritisiert Slawomir Izdebski, der Chef des Landswirtschaftszweiges des Gewerkschaftsdachverbands OPZZ.

Die polnische Regierungschefin Ewa Kopacz kündigte am 19. Jänner bei einem Besuch in der Ukraine an, Warschau sei bereit, Kiew einen Hilfskredit in Höhe von 100 Millionen für den Wiederaufbau der umkämpfen Donbass-Region zu gewähren.

 

B. T.

 

 

(Bild: Karollna Kabat/Flickr.com)