In Brüssel sind viele nicht gut auf das EU-Mitglied Polen zu sprechen. Dabei geht es jedoch nur vordergründig um angebliche Verstöße gegen die Rechtsstaatlichkeit durch die nationalkonservative Regierung in Warschau. Denn Polen ist – wie das von Viktor Orbán regierte Ungarn – gegen die Masseneinwanderung aus der islamischen Welt und hält christlich-abendländische Werte hoch. So sagte nun der polnische Innenminister Mariusz Blaszczak gegenüber „Sputnik News“, die in der EU zelebrierte Multikulti-Politik bringe „faule Früchte“. In „Multikulti“ sieht Blaszczak eine „Abkehr von den Wurzeln der europäischen Zivilisation und damit auch vom Christentum.“

Auch sonst nimmt sich Polens Innenminister kein Blatt vor dem Mund. Im polnischen Fernsehen forderte er ein EU-weites Einreiseverbot für Moslems. Hintergrund sind die jüngsten Terroranschläge: Die Gefahr der Terrorangriffe, die die islamistischen Terroristen in Westeuropa verüben, ist eine Tatsache. Das sind keine bloßen Vorfälle“, sagte Blaszczak.

Polen gibt übrigens unzähligen Wirtschaftsmigranten aus den Nachbarländern Ukraine und Weißrussland eine Chance. Allein die Zahl der in Polen arbeitenden Ukrainer wird auf eine halbe Million geschätzt. Wenn schon Einwanderer kommen, dann möglichst aus kulturell ähnlichen Gebieten, lautet die Devise. Denn so kommen Probleme mit integrationsunwilligen Einwanderern wie etwa in Österreich oder Deutschland erst gar nicht auf. Blaszczak erklärte daher im Fernsehen, „viele aus dem Osten haben sich bereits gut bei uns integriert, aber wir lassen nicht zu, dass sich unser Land mit der westeuropäischen Epidemie des islamistischen Terrors infiziert“.

 

[Text: B. T.; Bild: Adrian Grycuk/wikimedia.org]