Das Vertrauen der Deutschen in ihre Politiker geht immer mehr verloren. Einer Umfrage des Infratest Dimap-Institutes für die „Welt“ und die ARD-„Tagesthemen“ zufolge glauben 48 Prozent der Bundesbürger, also fast jeder Zweite, dass die Politiker den Sinn für die Realität verloren hätten und nicht mehr wüssten, „was im wirklichen Leben los ist“. Ebenso glauben 55 Prozent, dass die Wirtschaft einen größeren Einfluss auf politische Entscheidungen habe, als etwa die Parlamente und die Politiker.

Immerhin 58 Prozent der Deutschen zeigen sich mit dem Funktionieren der Demokratie zufrieden, hingegen 41 Prozent weniger oder gar nicht. Dabei sind die Unterschiede zwischen den alten Bundesländern und den neuen deutlich. Während im Westen 62 Prozent zufrieden sind, sehen im Osten mehr als die Hälfte, also insgesamt 53 Prozent, die Demokratie kritisch.

Auch bei der Frage, welchen Institutionen die Bürger vertrauen, kommen die Politiker schlecht weg. Das größte Vertrauen genießt die Polizei, 84 Prozent der Befragten offenbaren in diese sehr großes oder großes Vertrauen. Auch das Bundesverfassungsgericht hat mit 72 Prozent ein gutes Ansehen bei der Bevölkerung. Deutlich schlechter schneiden hingegen die Bundesregierung (48 Prozent), Bundestag (47 Prozent), Medien (38 Prozent) und die politischen Parteien (24 Prozent). Über die Parteien sagen 73 Prozent, sie hätten in sie weniger oder gar kein Vertrauen. Bei den Medien liegt dieser Wert bei 61 Prozent.



[Text: M. H.; Bild: Mcschreck/wikimedia.org]