Mit der Masseneinwanderung aus kulturfremden Gebieten kommen auch gesellschaftlich unerwünschte, wenn nicht sogar kriminelle Verhaltensweisen in ein Land. So sind in Großbritannien die zahlreichen Zwangsehen, die unter Einwanderern oder deren Nachkommen aus der früheren Kolonie Britisch-Indien geschlossen werden ein Problem. Ein noch größeres Problem – vor allem für die betroffenen Frauen und Kinder – ist aber, dass dieser Missstand aus Gründen der politischen Korrektheit nicht bekämpft wird.

So wirf die Frauenrechtlerin Yasmin Choudhury in einem Gastbeitrag für die Zeitung „The Independent“ den britischen Behörden vor, wegen „der Furcht für kulturellen Beleidigungen“ die Augen vor dem Problem zu verschließen. Choudhury führt näher aus: „Niedrige Verurteilungsraten sind das Ergebnis von Ängstlichkeit: Polizei, lokale und nationale Regierungen fürchten, des ‚Rassismus‘ oder der Einmischung in andere Kulturen beschuldigt zu werden“. Grund für die Debatte ist der Umstand, dass sich unter den Kindern, die Gefahr laufen, zwangsweise verheiratet zu werden, auch ein achtjähriger Bub befand.

Wie die Zeitung „The Guardian“ berichtet, gibt es in West Yorkshire seit 2014 einen deutlichen Rückgang von Verurteilungen wegen Zwangsehen. Von den 51 Fällen, die aktenkundig wurden, wurden 35 Untersuchungen wegen „offenkundiger Schwierigkeiten“ wieder eingestellt. Nach Angaben der britischen Regierung wurden 2014 in 88 Grafschaften Fälle von Zwangsehen gemeldet. 38 Prozent betrafen Pakistanis, und acht Prozent Inder.

 

[Text: B. T.; Bild: Foreign and Commonwealth Office/wikimedia.org]