Bei einer Ausstellungseröffnung in Ankara wurde der russische Botschafter in der Türkei, Andrej Karlow, von einem türkischen Polizisten erschossen. Bei dem Täter handelt es sich offenkundig um einen Islamisten, da er nach Zeugenberichten während seiner Tat „Allahu akbar“ gerufen, sich auf den Dschihad berufen und „vergesst sich Syrien, vergesst nicht Aleppo“ gesagt hatte. Erst vor wenigen Tagen befreite die syrische Armee mit russischer militärischer Unterstützung den Osten Aleppos von islamistischen Terrorgruppen.
Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete die Ermordung des Botschafters als Provokation: „Dieser Mord ist zweifelsohne eine Provokation, die darauf gerichtet ist, die Verbesserung und Normalisierung der russisch-türkischen Beziehungen zu untergraben, sowie den Friedensprozess in Syrien zu untergraben, der von Russland, der Türkei, dem Iran und anderen Ländern, die an einer Lösung des Konflikts in Syrien interessiert sind, vorangetrieben wird.“ Nachdem im November 2015 die türkische Luftwaffe im syrischen Luftraum ein russisches Kampfflugzeugt abgeschossen hatte, herrschte zwischen Moskau und Ankara eine monatelange diplomatische Eiszeit, und erst seit August normalisieren sich die russisch-türkischen Beziehungen wieder.
Die Ermordung des russischen Botschafters in Ankara zeigt aber auch, dass der türkische Sicherheitsapparat, der einst fest in der Hand der Kemalisten war, offenkundig von Islamisten erfolgreich unterwandert werden konnte. Dieser Umstand ist ein „Verdienst“ von Recep Tayyip Erdogan, der seit Jahren, zuerst als Regierungschef und nun als Staatspräsident, die Islamisierung der Türkei vorantreibt.

[Text: B.T. Bild: wikipedia.org / Iliya Pitalev / Илья Питалев]