„Die Abschaffung der Ehe mitsamt ihrem patriarchalen Ballast war von Beginn an Thema der europäischen Frauenbewegung“, und warum „Polyamorie“ feministisch ist, war auf „derstandard.at“ zu lesen. Weiters kann man auf der Homepage des rosa Blattes finden: „Die heteronormative Kleinfamilie und die romantische Zweierbeziehung sind ideologische Gefängnisse, die Frauen unterdrücken“, als Ausweg wird „polyamouröses“ Leben propagiert, in dem gleichzeitig (sexuelle) Beziehungen mit mehreren Partnern gepflegt werden. Das würde „sowohl der Monogamie als auch Besitzansprüchen eine Absage“ erteilen. Wie uns eine Genderwissenschafterin ebenfalls beim „Standard“ ausführt, wird „die Aufteilung von Menschen in zwei Geschlechter … als ‚natürlich‘ vorausgesetzt“. Die Anführungszeichen bei natürlich wurden von der Frau Professor gesetzt. Was wohl bedeutet, dass sie daran nicht so recht glaubt.

Sie, Sabine Grenz, eine Diplom-Pädagogin, die in sogenannten „Gender Studies“ promovierte, wird nun drei Jahre in Wien ihre Forschungsinteressen unter anderem in den Punkten Gender, Säkularität und Religion, Gender und Sexualität(en) (insbesondere im Zusammenhang mit kommerzieller Sexualität) oder kulturtheoretische und sozialwissenschaftliche Perspektiven auf Geschlechterkonstruktionen, einbringen. Ob das alles ernstzunehmende wissenschaftliche Fragenstellungen sind, soll jeder für sich selbst entscheiden. Fakt bleibt, dass ihre Sicht über die „Konstruiertheit“ der Geschlechter eher einer ideologischen Wunschvorstellung entspricht als der Realität. Wenn sie etwa auf „derstandard.at“ behauptet, „So gibt es merkwürdige Vorstellungen, etwa dass Mädchen besser in Sprachen seien und Buben besser in Mathematik“, dann meint sie wohl, dass dem nicht so ist, obwohl tausende empirische Belege seitens der Naturwissenschaft, aber auch der Psychologie, dafür vorliegen. Die Tatsache, dass sich die Gehirnaktivität unter dem Einfluss der unterschiedlichen Geschlechtshormone unterschiedlich ausprägen, scheint Gender-„Wissenschaftler“ nicht zu kümmern. Der Gleichheitswahn und das Pippi-Langstrumpf-Denken – ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt – hat über wissenschaftliche Fakten und natürlich auch über millionenfache Alltagserfahrung zu triumphieren. Die Entwicklung, dass aufgrund politischer Interessen immer mehr Genderlehrstühle eingerichtet werden, sagt überhaupt nichts darüber aus, ob diese „Wissenschaft“ tatsächlich Wissen schafft oder doch nur zu ideologischen Propagandazwecken dient. Betrachtet man Deutschland, so stehen rund 200 Lehrstühlen für Genderstudien ebensoviele für Pharmazie gegenüber. Ob so die Forschungs- und Bildungsmittel sinnvoll eingesetzt werden, ist zu bezweifeln.

Ein Ergebnis der Genderstudien ist eben auch die Ansicht, dass die Paarbeziehung zwischen Mann und Frau bloß ein gesellschaftliches Konstrukt sei und die „Polyamorie“ genauso seine Berechtigung hätte. Dieser Schwachsinn ignoriert 600 Millionen Jahre geschlechtliche Fortpflanzung der Evolution, in der polygame und monogame Systeme entstanden sind. Der Mensch gehört, trotz Seitensprüngen oder gescheiterten Partnerschaften, eindeutig zu der monogamen Gruppe. Männer, die laufend in die Aufzucht fremder Kinder investiert hätten, wären längst ausgestorben, denn die Evolution hat keine ideologischen Scheuklappen. Selbst in jenen Kulturen, wo die Vielehe erlaubt ist, stellen monogame Paare die überwiegende Mehrheit, speziell auch in jenen matriarchalischen Kulturen, wie wir sie noch in Resten etwa in Südamerika finden. Nach der Logik und den Pseudothesen der Genderideologie eine Unmöglichkeit. Die genetisch festgelegten Geschlechtshormone machen uns zu Frau und Mann, nicht nur durch ihre direkte Wirkung auf die Organe und deren Ausbildung, sondern auch durch indirekte Beeinflussung des Fortpflanzungsverhaltens, also der Psyche.

 

[Text: H. W.; Bild: Katy Blackwood/wikimedia.org]