Mit dem TISA-Dienstleistungsabkommen, über welches derzeit 23 Parteien, darunter die EU und die USA verhandeln, könnte die Wasserversorgung privatisiert werden. Die Privatisierung der Wasserversorgung mag Unternehmen gute Geschäftsmöglichkeiten bieten, kann aber die Verbraucher teuer zu stehen kommen, wie Großbritannien zeigt. Dort wurde nämlich in den späten 80er Jahren, unter Premierministerin Margaret Thatcher, in England und Wales die Wasserversorgung privatisiert. Und die auf Profit ausgerichteten Unternehmen verrechneten ihre Kunden laut einem Bericht des Haushaltsausschusses des Unterhauses zwischen 2010 und 2015 um mehr als eine Milliarde Pfund (1,3 Milliarden Euro) zu viel. Denn die Rechnungen waren „höher als sie notwendig gewesen wären.“

Eine zweifelhafte Rolle soll auch die staatliche Regulierungsbehörde Ofwat gespielt haben. Laut Bericht des Haushaltsausschusses soll Ofwat den privaten Wasserversorgern – manche befinden sich im Eigentum von internationalen Großbanken wie Citibank oder HSBC – erlaubt haben, „Marktlagengewinne auf Grundlage andauernd zu hoch gegriffener finanzieller Kosten“ gemacht zu haben. Im Gegensatz dazu wurde den Verbrauchern ein „faires Geschäft“ verweigert.

Die Regulierungsbehörde Ofwat wurde 1989 gegründet, als Premierministerin Thatcher die Wasserversorgung privatisierte. Davon betroffen waren 22 Millionen Verbraucher, die tiefer in die Tasche greifen mussten. Denn bereits 2001 war eine Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass die Wasserpreise in den ersten neun Jahren nach der Privatisierung um 46 Prozent stiegen, während sich die Profite der Wasserversorger innerhalb von acht Jahren mehr als verdoppelten (+ 142 Prozent).

 

[Text: B. T.; Bild: Riki1979/wikimedia.org]