Martin Schulz mischt sich in den US-Wahlkampf ein und beleidigt auch noch den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. „Trump ist nicht nur für die EU ein Problem, sondern für die ganze Welt“, sagte der Präsident des EU-Parlaments dem „Spiegel“ online. Zudem meint der ranghöchste Sozialdemokrat in der EU, dass dann, wenn im Weißen Haus ein Mann sitze, der damit kokettiert, dass er keine Ahnung hat und Fachwissen als Quatsch bezeichnet, ein kritischer Punkt erreicht sei. Denn dann sitze an einer Stelle, an der es ein Höchstmaß an Verantwortungsbewusstsein braucht, ein offenbar verantwortungsloser Mann.

Wenig überraschend sagte Schulz, er wünsche sich deshalb, „dass Hillary Clinton gewinnt“. Dass Trump ankündigte, als US-Präsident einen sechswöchigen, bezahlten Mutterschutz einzuführen, scheint den Sozialdemokraten Schulz nicht zu kümmern. Aber würde ein Präsident Trump, falls er die EU besucht, so empfangen „wie jeder andere US-Präsident auch“.

Schulz, einer der Bannerträger der politischen Korrektheit in Europa, kritisierte auch den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán wegen dessen konsequenter Flüchtlingspolitik, die „unsolidarisch“ sei. Anstatt Personen aus aller Herren Länder am illegalen Übertritt der EU-Außengrenzen zu hindern, fordert Schulz in der Vergangenheit wiederholt eine „gerechte Verteilung“ auf die Mitgliedstaaten der EU.

Aber immerhin: Am 17. Jänner 2017 wird Schulz aus dem Amt des Präsidenten des EU-Parlaments scheiden. Aus der Politik ausscheiden wird er aber dennoch nicht. Immer wieder taucht sein Name als möglicher Spitzenkandidat der SPD für die Bundestagswahl im Herbst des nächsten Jahres auf.

 

[Text: B. T.; Bild: Europäisches Parlament]