Dass die öffentlich-rechtlichen Medienhäuser lupenreine Propaganda im Staatsauftrag verbreiten, ist lang schon kein Geheimnis mehr. Wie schamlos deren Protagonisten sich die Taschen vollschaufeln, hat jüngst erst die „Kronen Zeitung“ aufgedeckt. Die Vermutung liegt nahe, dass die absurden Gehälter auch als Schweigegelder zu verstehen sind.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz erdreistet sich, eine Erhöhung der GIS-Gebühren um fast acht Prozent zu wollen, nimmt aber gleichzeitig massive interne Einsparungen vor, weil seine Anstalt offenbar nicht mehr den Zuspruch findet, mit dem sie wirtschaftlich schwarze Zahlen schreiben kann.

Eine besondere Unverschämtheit zeigt sich jedoch erst im gesamtgesellschaftlichen Vergleich: Zwei Beispiele laut AMS-Gehaltskompass: Die Kassiererin im Supermarkt beginnt mit durchschnittlich 1.400 Euro, ein Bankangestellter nach der Schule verdient knapp 1.900 Euro brutto. Nichts im Vergleich zu den Spitzengehältern im ORF. Ganz oben steht Generaldirektor Alexander Wrabetz mit rund 400.000 Euro Jahresgehalt. Dahinter folgen die Direktoren wie Programmchefin Kathrin Zechner mit 300.000 Euro. Zum Vergleich: Das Jahresgehalt von Bundeskanzler Christian Kern beträgt ab heuer 306.451,60 Euro.

Doch auch die bekannten Gesichter am Bildschirm kassieren kräftig ab. „ZiB 2“-Moderator Armin Wolf etwa wird mit 8.000 Euro Monatsgehalt bei drei Tagen pro Woche im Studio überraschend noch überflügelt von „Guten Morgen“-Frühstückskollegin Eva Pölzl mit 8.500 Euro, deren Kollege Lukas Schweighöfer im Vergleich „nur“ 5.000 pro Monat verdient.

Auf ein imposantes monatliches „Familieneinkommen“ kommen auch Nachrichten-Chefredakteur Fritz Dittlbacher mit 12.000 Euro und seine Ehefrau, „ZiB“-Sprecherin Lou Lorenz-Dittlbacher, mit 7.000 Euro. ORF-Journalist Tarek Leitner moderiert aktuell die „ZiB 1“. Seit 20 Jahren in der Machtzentrale am Küniglberg kommt er auf rund 6.000 Euro pro Monat.

 

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[Bild: Trainspotter Lgs/flickr]