Es gibt ganz wenige ausnahmslos gute Menschen. Einer davon ist Michael Bünker. Michael Bünker ist laut Medienberichten nicht nur „begeisterter Hobby-Schlagzeuger“, sondern nebenbei auch noch Bischof der Evangelischen Kirche Österreichs. Zwar hat sein unermüdlicher Einsatz für Flüchtlinge, Ausländer und Homosexuelle noch zu keinem eminenten Wachstum seiner Konfession beigetragen, aber was nicht ist, kann ja noch werden…

Und was ist Michael Bünker noch so alles? Glücklich! Auf jeden Fall totglücklich, dass die Homo-Ehe in Österreich endlich legal ist. Wenn auch ohne Legitimation durch die Wahlbevölkerung, aber das macht doch nichts! Schließlich hat das letzte Wort in Österreich immer noch – wie sich’s gehört – der Verfassungsgerichtshof, nicht der lästige, dumme Wähler! Leider aber genügt das unserem Oberhirten der lutherischen Herde nicht. Schließlich ist die Homo-Ehe kirchlich immer noch nicht abgesegnet – das heißt: nicht ganz abgesegnet. Segnungen schwuler Paare gibt’s nämlich bei den Protestanten schon. Das allerdings ist Herrn Bünker zu wenig. Er will die Homo-Ehe auch vor dem protestantischen Klerus abgesichert wissen und plädiert offen für Homo-Ehen innerhalb der evangelischen Kirche. Zwar ist die Ehe bei den Protestanten kein Sakrament, sondern bloß – wie so vieles – nur ein „weltlich Ding“, dennoch zeigt die Debatte die Verfallserscheinungen abendländischer Konfessionen eindeutig. So formuliert der wortgewaltige Geistesblitz gewohnt dichterisch: „Ich wünsche es mir, dass diese Öffnung gelingt. Wir nehmen damit der traditionellen heterosexuellen Ehe nichts weg.“ Doch, lieber Herr Bünker, Sie nehmen ihr das Alleinstellungsmerkmal, die Privilegierung vor allen anderen Lebensformen.

[Text: A.L.; Bild:  WikipediaEvangelische Kirche in Österreich; Lizenz: CC BY-SA 2.0]