Skurriles Leugnen

Doch der Angeklagte Benedikt S. will von all dem trotzdem nichts wissen, bestreitet die Taten und schildert den Verlauf der Vorgänge ganz anders. Er persönlich würde keinen einzigen der anderen Teilnehmer der Gegendemo kennen, wüsste auch von niemandem den Namen. Er sei mehr zufällig vorbeigekommen und das vor allem mit ausschließlich friedlichen Absichten. Er sei zudem so beschäftigt gewesen, dass er keine Zeit dafür gehabt hatte darauf zu achten, ob Geschosse geworfen wurden usw., konnte jedoch nicht sagen, womit er denn eigentlich so „beschäftigt“ gewesen sei. Er selbst hätte jedenfalls nur mit den Teilnehmern der Mahnwache friedlich reden wollen und habe auf gar keinen Fall jemanden angegriffen. Dass er seine Geldbörse verloren habe, will er erst Tage später bemerkt haben. Wie das geschehen sei, wisse er zudem auch nicht.

Als ihn der Richter daraufhin fragte, warum er vermummt gewesen sei, antwortete S. darauf, dass er sich vermummt habe, weil er ach so schreckliche Angst vor den Teilnehmern der Mahnwache gehabt habe. Richter Kreuter fühlte sich wegen dieser Antwort sichtlich gefrotzelt. Er verwies darauf, dass die Angreifer immerhin mindestens fünf mal so viele Leute gewesen seien und dass er selbst ja unmittelbar nur mit drei Personen konfrontiert war, während der Angeklagte ja stattliche 50 Personen auf seiner Seite wusste: „Da kommen drei Maxeln auf uns zu und da fang ma an mit den Knien zu schlottern?“, kommentierte Kreuter die absurden Antworten von S. lapidar. Auch konnte dieser nicht erklären, warum auch die anderen 50 Personen vermummt waren, hatten diese denn auch so schreckliche Angst gehabt und überhaupt, wenn man so viel Angst hat, warum läuft man dann nicht einfach weg? Als dann auch noch ein Beamter des Verfassungsschutzes als Zeuge auftrat, welcher in zivil die Ereignisse beobachtet hatte und im Wesentlichen alle Angaben von A. bestätigen konnte, zeigte sich die Verteidigung sichtlich verzweifelt.

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