Kleine Ursache, große Wirkung: In Großbritannien wurde ein Prozess wegen bewaffneten Raubes abgebrochen, weil der Hauptzeuge der Anklage, ein Moslem, seinen Eid nicht auf den Koran, sondern auf die Bibel abgelegt hatte. Letzten Sommer versuchte der 38jährige Michael Davies, eine Kebab-Stube in Birkenhead in der Nähe von Liverpool mit einem Hammer in der Hand auszurauben. Beim nunmehrigen Prozess vor dem Liverpool Crown Court sagte der Inhaber des Imbisslokals, Kerim Kurt, vor seiner Vereidigung als Zeuge, dass er Moslem sei. Dennoch musste er den Eid auf die Bibel statt auf den Koran schwören. Für Kurt ein Problem, denn das sei „gegen meine Religion“.

Daraufhin meldete der Protokollführer gegenüber den Geschworenen Bedenken an: „Unglücklicherweise wurde er auf die Bibel vereidigt obwohl er uns informiert hat, dass er Moslem ist. Das bedeutet, dass weder ich noch Sie seine Zeugenaussage akzeptieren können, weil er aufs falsche Buch vereidigt wurde. Wir müssen den Fall von vorne beginnen.“ Der Richter folgte dieser Argumentation und brach das Verfahren ab. Nun muss der Prozess ein zweites Mal beginnen, und zwar mit einem neuen Richter und neuen Geschworenen.

 

B. T.

 

 

(Bild: westernrifleshooters.files.wordpress.com)