Klare Worte zur Einwanderungsproblematik in der Europäischen Union fand am Dienstag Wladimir Putin. Bei einer Pressekonferenz anlässlich des Besuchs des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán sagte der russische Präsident: „Insgesamt ist klar, dass die Einwanderung nach Europa potenziell gewaltig ist, und es geht um Politik. Wenn die Einwanderung mit hohen Sozialleistungen und anderen Unterstützungen gefördert wird, warum sollte der Zustrom aufhören? Das verstehe ich nicht ganz. Aber unsere europäischen Kollegen müssen selbst entscheiden, was für Europa und seine Entwicklung besser ist.“

Putin wies darauf hin, dass Integration wesentlich einfacher sei, wenn die Einwanderer aus kulturell verwandten Gebieten stammen. Denn die meisten Einwanderer, die nach Russland kommen, stammen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, sprechen Russisch und „verstehen die Grundlagen unserer Kultur und passen sich leichter in Russland an“. Aber dennoch sei der Einwanderungsprozess nicht leicht, wie Russlands Präsident einräumte, weil es in manchen Bereichen, einschließlich des Arbeitsmarkts, Schwierigkeiten gäbe.

In Bezug auf Europa sei die Lage, so Putin, „komplizierter“. Er erklärte dazu: „Leute mit völlig unterschiedlichen kulturellen Traditionen kommen nach Europa. Anpassung ist ein sehr schwieriger Prozess. Diese Probleme müssen innerhalb der Europäischen Union und nicht in Russland gelöst werden“. Putin ist zudem der Überzeugung, dass unter den „derzeitigen Umständen“ der Zustrom von Einwanderern in die EU nicht zurückgehen werde. Denn zuerst seien Einwanderer aus dem Nahen Osten gekommen und zuletzt verstärkt aus Schwarzafrika. Insgesamt aber nehme die Zahl der Einwanderer zu, „die Lage ändert sich nur geographisch und dann wächst der Zustrom wieder“.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia/Пресс-служба Президента России; Lizenz: CC BY 4.0]