Der Volksmund klagt es schon längst: Unsere Politiker sind eindeutig überqualifiziert. Wirtschafts-Master und Rechtsanwälte, Notare und Professoren durchsetzen in wucherndem Ausmaß die Volksvertretungen quer durch Österreich – vom Gemeindeamt bis in den Nationalrat. Und der kleine Mann bleibt auf der Strecke!

Nur eine Partei macht da nicht mehr mit: die SPÖ. Nach dem Motto: „Qualifikation vor Parteibuch!“ Gerade in schwierigen Phasen besinnt man sich gerne seiner Wurzeln. Man lernt demütig aus den Fehlern der Vergangenheit und besetzt Ämter endlich wieder mit Sympathieträgern, die den Draht zum kleinen Mann noch nicht verloren haben. Mit Gabriele Heinisch-Hosek etwa, die laut Medienberichten Volksanwältin werden soll. Eine Frau aus dem Volke für das Volk!

Wer sucht schon einen Juristen, wenn er zum Volksanwalt geht! Viel wichtiger als ein kundiger Rechtsberater ist doch ohne Zweifel ein angenehmes Fauteuil, ein gutes Gespräch und eine heiße Tasse Kaffee.

Grund für Hoseks mögliche Ernennung dürfte unter anderem ihr unermüdlicher Einsatz für Quotenregelungen und ähnlich notwendige frauenspezifische Angelegenheiten sein. Auch ihre erfolgsgekrönte Polit-Karriere und ihre ausgezeichnete Beschlagenheit in den Bereichen „Deutsch“ und „Bildnerische Erziehung“ lassen die ausgebildete Lehrerin geradezu prädestiniert erscheinen für ein Amt, in dem juristische Kenntnisse und Erfahrungen gewiss nicht von Nachteil sind. Schließlich liegt dem österreichischem Recht und der Bildnerischen Erziehung ein über die Jahrhunderte gereiftes gemeinsames Fundament zu Grunde: Stift und Papier.

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia/Franz Johann Morgenbesser; Lizenz: CC BY-SA 2.0]