Der „Oscar“ ist sicherlich der wichtigste Preis der Filmindustrie – und dass diese äußerst politisch korrekt ist und die Oscar-Verleihung immer schon auf solche Belange Rücksicht genommen hat, ist auch nichts Neues.
Doch jetzt wird die ganze politische Korrektheit der Filmindustrie offenbart und auch gleich gesteigert: Die Oscar-Academy soll in Zukunft aus 9.226 Mitgliedern bestehen – diese entscheiden, wer die begehrten Auszeichnungen bekommt. Nun werden davon 928 Stellen an Filmschaffende aus aller Welt ausgeschrieben. Das Ausschreibungs-Prozedere ist nichts Neues, es erfolgt einmal im Jahr.
Doch dieses Mal wird weniger nach Leistung als nach Hautfarbe und Geschlecht ausgewählt: den Anteil an Frauen und Farbigen („Persons of Color“, POC) gilt es zu erhöhen. Denn das erklärte Ziel ist es, den Anteil an Frauen und Minderheiten bis 2020 zu verdoppeln.
Knapp die Hälfte (49 Prozent) der Eingeladenen sind laut Oscar-Academy Frauen, knapp 40 Prozent „Persons of Color“. Unter den geladenen Frauen und „PoC“ fi nden sich unter anderem die deutsch-amerikanische Schauspielerin Diane Kruger, „Harry Potter“-Erfi nderin J. K. Rowling, der Rapper Kendrick Lamar, der Schauspieler Daniel Kaluuya usw…
Der Plan ist nicht neu, denn schon 2016 hatten Schauspieler wie Spike Lee dazu aufgerufen, die Oscar-Zeremonie zu boykottieren. Damals – wie bereits 2015 – gab es bei den Oscarnominierungen in den Kategorien Haupt- und Nebendarsteller keine schwarzen Schauspieler.

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[Text: RED.; Bild: Wikipedia.org/BDS2006; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported]