Israel versucht den Palästinensern im besetzten Westjordanland das Leben so schwer wie möglich zu machen. Weil viele Häuser – aufgrund unklarer Eigentumsverhältnisse - ohne Genehmigung errichtet worden waren, werden sie von der Besatzungsmacht mit Planierraupen abgerissen. Gegen diese Praxis wenden sich nun mehr als 500 Rabbiner aus Israel, den USA, Großbritannien und Kanada in einem offenen Brief an Benjamin Netanjahu. Sie fordern den israelischen Premier auf, diese Praxis zu beenden, weil sie gegen „das Völkerrecht und jüdische Tradition“ verstoße.

„Tausende (Palästinenser) waren gezwungen, ohne Bewilligung zubauen, und großes menschliches Leid ist die Folge, wenn allein in der Zone A jedes Jahr Hunderte von Häusern zerstört werden“, heißt in dem Brief der Organisation „Rabbis for Human Rights“ („Rabbiner für Menschenrechte“ – RHR). Die Zone A ist jener Teil der Westjordanlandes, der von der palästinensischen Autonomiebehörde regiert wird.

Zudem kritisieren die Rabbiner die Gesetzeslage, für die Israel verantwortlich ist. Diese sei derart restriktiv, dass Palästinenser in zahlreichen Fällen selbst dann keine Baubewilligung erhalten, wenn Israel anerkannt hat, dass das betreffende Land ihnen gehört. Welche Ausmaße die Zerstörungen angenommen haben, zeigt eine Meldung des für Palästina zuständigen UNO-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA). Demnach haben die israelischen Behörden 2014 „590 im Eigentum von Palästinensern befindliche Bauten in der (unter israelischer Kontrolle stehenden, Anm.) Zone C und in Ostjerusalem zerstört und 1.177 Menschen vertrieben – die höchste Zahl von Vertreibungen, seit OCHA 2008 die Angelegenheit systematisch zu beobachten begonnen hat.“

 

B. T.

 

 

(Bild: otherside.org)