Es ist ja alles so furchtbar, erstmals in der BRD seien nun Nazis in den Bundestag eingezogen, so jammern die Vertreter der etablierten und „demokratischen“ Parteien und überlegen, wie sie mittels politischer Hygiene weiter unter sich bleiben können und die lästige Opposition in Form der AfD schnell mundtot machen können. Nur verfängt in diesem Fall die Nazi-Keule nicht so recht, denn im Gegensatz zu den „etablierten und demokratischen“ Parteien kann sich die AfD nicht mit „Ehemaligen schmücken“. Allein im Kabinett von Herbert Frahm (Willy Brandt) saßen zwölf ehemalige Nationalsozialisten. 26 Bundesminister und ein Bundeskanzler (Kurt-Georg Kiesinger, CDU) waren Mitglieder in der NSDAP oder einer nationalsozialistischen Organisation wie SA, SS oder Gestapo, darunter auch der ehemalige Präsident des Deutschen Bundestages, Stücklen (CSU), der Außenminister Genscher (FDP), die Wirtschaftsund Finanzminister Schiller (SPD) und Funcke (SPD), der Kanzleramtschef Ehmke (SPD), der ehemalige Fraktionschef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dregger, sowie drei Bundespräsidenten: Carstens (CDU), Lübke (CDU) und Scheel (FDP), der zuvor Außenminister war.
Realitätsverluste scheint es auch im Erzbistum Köln zu geben. Da twitterte im Internet Ansgar Mayer, Direktor für Medien und Kommunikation des Erzbistums Köln, anlässlich der AfD-Ergebnisse in Sachsen: „Tschechien, wie wär’s: Wir nehmen Euren Atommüll, Ihr nehmt Sachsen“.
Auch die Geisteskraft der neuen AfD-Abgeordneten stellte er in Frage: „93 AfD-MdB. Davon können 30 ‚Föderalismus‘ nicht richtig schreiben und ihn 60 nicht erklären.“ Zwar entschuldigte er sich später für seine Untergriffe, aber wie sein Chef Kardinal Woelki reagierte, ist bisher nicht bekannt. Für diesen twitterte Mayer im Dezember: „digitale Angriffe und Mordaufrufe konsequent verfolgen“. Kardinal Woelki fordert Widerstand gegen Online-Hetzer.“ Jetzt kann Woelki in seiner Herde aufräumen.

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