„Hätte ich meine Kritik nicht als Satire getarnt, hätte man mich längst aufgehängt,“ schrieb Mark Twain einst in glücklicheren Tagen. Tugendterrortanten und Wohlfahrtsausschussonkel machen heutzutage aber auch vor der Satire nicht halt. Und so wie die Wahrheit das erste Opfer des Krieges ist, so ist der Humor das erste Opfer der Meinungsdiktatur.
Nachdem die FPÖ den ORF aufs Korn genommen hat, aufgrund eines Beitrags, dessen Schnitt den Tiroler Spitzenkandidaten fälschlicherweise als Antisemiten darstellte, haben die Redakteure der so genannten Mainstreammedien eine Phalanx gebildet, um die Freiheitlichen in die Schranken des erlaubten „Wordings“ zurückzuweisen. Darunter auch solche, die sich ansonsten gerne selbst als ORF Kritiker betätigen. Aber wie sagten schon die alten Römer: Quod licet jovis, non licet bovis.
Im Übrigen beschränken sich die Redakteure darauf, das Volksbegehren zur Umsetzung des absoluten Rauchverbots in der Gastronomie zu „pushen.“ Sie haben nicht vergessen, dass Wirte und Stammtische wichtige Träger der Meinungsbildung sind und als Stimmungsmultiplikatoren des kleinen Mannes dienen. So wird ein generelles Rauchverbot einen Beitrag zum Stammtisch sowie Wirtesterben führen. Ein neuer vormärzlicher Biedermeier wird gerne in Kauf genommen. Schließlich arbeitet man bereits an entsprechenden Fesseln für die so genannten sozialen Medien. Eine scheinbar perfekte Zwickmühle.
Aber eines wurde bei der Konstruktion der Zwickmühle vergessen: Gorbatschow erhöhte die Wodkapreise, um den Alkoholismus einzudämmen. Jedoch anstatt den klaren Kopf zur Steigerung der Produktivität zu nutzen, machten sich die Genossen vielmehr Gedanken über die Frage, warum man sich für ein immer kleiner werdendes Butterbrot ein Bein ausreißen sollte.
Der Rest steht in den Geschichtsbüchern. So könnte es sein, dass sowohl Gorbatschow als auch die Mainstreammedien die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben.

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