Eingeweihte haben es schon lange vermutet: Ursula Stenzel, die ehemalige ORF-Moderatorin, ÖVP- Delegationsleiterin im EU-Parlament und Bezirksvorsteherin des 1. Wiener Gemeindebezirks würde sich das nicht gefallen lassen. Die neue ÖVP-Führung hatte sie für die kommende Landtagswahl nicht mehr nominiert und an ihrer Stelle den Großneffen des Staatsvertragsaußenministers Figl aufgestellt.

Lange Zeit erwartete die Öffentlichkeit eine eigene Stenzel-Liste, sie hat sich nun aber entschieden als parteifrei Kandidatin auf der FPÖ Liste zu kandidieren. In der heutigen Pressekonferenz, die sie gemeinsam mit H.-C. Strache abhielt, erklärte sie ihren Schritt auch mit dem Wunsch ein Signal gegen die Ausgrenzungspolitik, die sie für „einen schweren demokratiepolitischen Fehler“ hält, setzten zu wollen: „Ich bin ein Signal für die Menschen dieser Stadt, dass die FPÖ wählbar ist und sein muss“, denn die „Ausgrenzungspolitik“ gegenüber der FPÖ habe sie immer schon als schweren Fehler erachtet.

Das primäre Ziel, und das eint sie mit H.-C.Strache, ist das Brechen der „Rot-Grünen Dominanz“ in Wien.

Der Verlust Stenzels wird für die ÖVP nicht nur den Verlust des 1. Bezirks bedeuten sondern mit großer Wahrscheinlichkeit auch den Absturz unter die 10 Prozent-Grenze, ja möglicherweise sogar den Rückfall hinter die neu kandidierenden NEOS.

Der FPÖ dagegen könnte das sogar den 1. Platz vor Häupls SPÖ bringen. In der letzte Umfrage von Gallup, veröffentlicht in der Zeitung Österreich lag sie mit 31 % nur mehr 2 Prozentpunkte hinter der SPÖ (33%). Die ÖVP kam in dieser Umfrage auf 11% und die NEOS auf 7 %.

 

W. T.

 

 

(Bild: FPÖ)