Der Vorstoß von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, eine EU-Armee zu gründen, ruft bei der NATO keine Begeisterung hervor. Im Gegenteil: „Es ist wichtig, Doppelgleisigkeiten zu vermeiden und ich rufe Europa auf sicherzustellen, dass alles, was sie tun, die NATO-Allianz ergänzt“, sagte Jens Stoltenberg, der Generalsekretär des Nordatlantikpakts. Statt einer EU-Armee wäre es Stoltenberg lieber, wenn die europäischen NATO-Staaten ihre Verteidigungsausgaben erhöhen. Ähnlich äußerte sich der NATO-Oberkommandierende in Europa, General Philip Breedlove.

Junckers Vorschlag richtet sich ganz klar gegen Russland: „Eine gemeinsame Armee der Europäer würde Russland den klaren Eindruck vermitteln, dass wir es ernst meinen mit der Verteidigung der europäischen Werte“, sagte er in der „Welt am Sonntag“. Spott und Hohn erntete der Luxemburger aus Russland: Der Duma-Abgeordnete Leonid Sluzki twitterte, Junckers Plan sei „die europäische Version von Verfolgungswahn, wenn das Establishment als Gegengewicht zu Russland eine gemeinsame Armee schaffen will, wo doch Russland nicht beabsichtige, mit irgendjemandem Krieg zu führen“.

 

B. T.

 

 

(Bild: NATO)