Seine kruden Gedanken tat der russische Mufti Ismail Berdiev dem Radiosender „Govorit Moskau“ kund. Der Leiter des Nordkaukasus Moslem-Koordinationszentrums meinte, die weibliche Genitalverstümmelung „widerspricht nicht den Lehren des Islam“. Berdiev ging darüber hinaus so weit, die Verstümmelung von Mädchen und jungen Frauen im Namen des Islam auch noch zu rechtfertigen: „So weit ich weiß, wird es (die Genitalverstümmelung, Anm.) gemacht, um das (sexuelle) Verlangen der Frau ein bisschen zu zügeln. Es ist für die Gesundheit absolut harmlos.“ Zudem gehörten diese Verbrechen zur „Tradition Dagestans“.

In manchen Gegenden der südrussischen, im nördlichen Kaukasus gelegenen Teilrepublik Dagestan wird diese brutale Praxis noch immer ausgeübt und von manchen religiösen Führern unterstützt, wie ein Bericht der Nichtregierungsorganisation „Russische Gerechtigkeitsinitiative“ enthüllt hat. Darin wird auch der Imam einer Moschee in der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala zitiert, wonach die weibliche Genitalverstümmelung nach islamischem Recht verpflichtend sei, um zu verhindern, dass das Opfer dieses Verbrechens „der Sünde verfällt“.

Nach Angaben der UNO wird die grausame Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung in 30 Ländern der Welt ausgeübt. Mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen mussten diese Prozedur über sich ergehen lassen. In islamischem Ländern wie Mali, Somalia oder dem Sudan ist laut UNO praktisch jede Frau davon betroffen. Schlimm ist die Lage auch in Ägypten, obwohl dort die Genitalverstümmelung seit 2007 eigentlich gesetzlich verboten ist.

 

[Text: B. T.; Bild: Beth Rankin (BohPhoto)/wikimedia.org]