Alle westlichen Medien berichten zumeist unisono, dass der russische Präsident Wladimir Putin ein Kriegstreiber sei, dass die russischen Luftangriffe in Syrien tausende Zivilisten das Leben kosten und die russischen Bombardements verantwortlich seien für weitere Flüchtlingsströme nach Europa.

Eine gänzliche andere Meinung äußerte nun in einem Interview der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat. Wie er erklärt, hätte Putin mit den Angriffen auf Aleppo nicht die Absicht gehabt, die Lage in der Region zu verschärfen, sondern vielmehr versucht, „den Vormarsch der syrischen Truppen in Richtung IS-Gebiet zu unterstützen.“ Bisher sei Aleppo, welches von der syrischen Opposition gehalten wurde, wie ein Sperrriegel gewesen. Zudem erklärte der Sicherheitsexperte, dass der russischen Einsatz in Syrien zur Stabilisierung der Region notwendig war. Seiner Einschätzung nach hätte die syrische Armee vor dem Eingreifen der russischen Luftwaffe nur noch wenige Wochen durchgehalten. „Dann wäre Syrien kollabiert und der IS hätte das Land übernommen. Das nächste Ziel wäre der Libanon gewesen - und das übernächste Israel. Das hätte weitreichende Folgen auch für uns gehabt“, so Kujat.

Zudem lobt er entgegen der allgemein veröffentlichten Meinung das militärische Eingreifen. „Die Russen haben mit ihrem militärischen Eingreifen den Friedensprozess erst ermöglicht“, denn, so Kujat weiter, „weder die Amerikaner noch die Europäer hatten eine Strategie für ein friedliches Syrien und waren auch nicht bereit, sich massiv zu engagieren. Die Russen haben es gemacht und damit ein Fenster für eine politische Lösung aufgestoßen.“

 

[Text: M. H.; Bild: Mil.ru]