Während bei uns jene Syrer landen, die es sich leisten können, sowie unzählige, die sich bloß als Syrer ausgeben, um den ersehnten Asylstatus in Deutschland oder Österreich zu bekommen, handelt Russland pragmatisch. In der Provinz Hama wurde in den letzten Tagen ein Flüchtlingslager errichtet. Es steht für jene zur Verfügung, die vor den islamistischen Milizen des IS fliehen. Das Aufnahmelager wurde zunächst für 500 Flüchtlinge errichtet. „Wenn Russland Syrien nicht unterstützt hätte, wäre es um dieses Land noch schlimmer bestellt als um Libyen. Der Flüchtlingsstrom wäre noch größer“, sagte Putin in Duschanbe (Tadschikistan) auf dem Gipfel der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS). Dieses Bündnis besteht aus den sechs Ex-Sowjetrepubliken: Armenien, Kirgistan, Kasachstan, Russland, Tadschikistan und Weißrussland.

Parallel dazu werden seit Anfang September Vorbereitungen für einen russischen Militärstützpunkt südlich der Hafenstadt Latakia geschaffen. Einige hundert russische Soldaten sollen nach Syrien verlegt werden. Der Stützpunkt soll bis Ende des Monats fertig sein. Westliche Beobachter rechnen letztlich mit etwa 1.000 Soldaten, die hier zum Einsatz kommen sollen.

Die Hinweise auf ein verstärktes militärisches Engagement Russlands im Syrien-Krieg haben in Washington klarerweise Unruhe ausgelöst. Die US-Regierung befürchtet, dass dadurch ihr Einfluss auf den Konflikt, den es durch die von den Washington unterstützten Milizen hat, schwindet.

 

H. W.

 

 

(Bild: Screenshot Youtube)