Witold Waszczykowski gab auf einer Konferenz in Pressburg einen Einblick in seine Gedankenwelt: „Allen Beweisen nach sind Russlands Aktivitäten eine Art der existenziellen Gefahr, da diese Bewegungen Staaten zerstören können“, sagte der polnische Außenminister Auf Nachfrage hinsichtlich der vom „Islamischen Staat“ ausgehenden Gefahr im Vergleich zu Russland sagte Waszczykowski, die IS-Miliz sei „keine existenzielle Gefahr für Europa“.

Bei der Konferenz in der slowakischen Hauptstadt, bei der es um die künftige Rolle der NATO ging, forderte der polnische Minister, den Nordatlantikpakt zu einem Bollwerk gegen Russland auszubauen. Vor allem Warschau verlangt, entlang der Ostgrenze der NATO mehr Truppen zu stationieren. Waszczykowski begründete die Haltung Polens folgendermaßen: „Die Anwesenheit von Truppen aus verschiedenen Staaten der NATO könnte ein Symbol für die Entschiedenheit sein, die Ostflanke zu verteidigen.“

Polen gilt als wichtigster Vasall der USA im östlichen Mitteleuropa. Dabei versucht Washington, aus den historisch begründeten Vorbehalten der Polen gegenüber Russland – polnische Teilungen, kommunistische Herrschaft – politisches Kapital zu schlagen. Umgekehrt versuchen die Polen, mit US-Unterstützung ihr politisches Gewicht in der Region zu erhöhen, weshalb Warschau zu den größten antirussischen Scharfmachern in der Region zählt.

 

[Text: B. T.; Bild: Siemon-Bielska/wikimedia.org]