George Soros macht seinem Namen als Putin-Hasser wieder einmal alle Ehre. In einem Beitrag für project-syndicate.org schreibt der milliardenschwere Spekulant, amerikanische und europäische Politiker unterlägen einem „schlimmen Irrtum“, weil sie Wladimir Putin als Verbündeten im Kampf gegen den IS betrachteten. Denn der russische Präsident, behauptet Soros, strebe die Auflösung der EU an.

Soros, der insbesondere in Osteuropa ein Netzwerk an subversiv tätigen Stiftungen, die sich nach außen hin der Förderung der Demokratie widmen, schreibt weiters, „der beste Weg, (um die Auflösung der EU herbeizuführen), ist es, die EU mit syrischen Flüchtlingen zu überfluten“. Dieser Befund ist an und für sich richtig, allerdings scheint es Soros zu sein, der mit seinen Stiftungen syrische Flüchtlinge unterstützt, damit sie nach Europa kommen. Diesen Verdacht äußerte jedenfalls der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán im Vorjahr.

Einblicke in die skurrile Gedankenwelt des Spekulanten bieten aber folgende Sätze: „Zwar gibt es keinen Grund zu glauben, dass Putin in Syrien intervenierte, um die Flüchtlingskrise in Europa zu verschlimmern. Aber als Putin die Gelegenheit sah, die Auflösung der EU zu beschleunigen, ergriff er sie. Er verschleierte seine Aktionen, indem er von einer Zusammenarbeit gegen den gemeinsamen Feind, den IS, sprach. (...) Der IS stellt für beide (die EU und Russland, Anm.) eine Gefahr dar, aber er sollte nicht überschätzt werden. Die von dschihadistischen Terroristen ausgeführten Anschläge, so schrecklich sie auch sein mögen, sind nicht mit der Gefahr zu vergleichen, die von Russland ausgeht.“

Soros, der eine der Speerpitzen zur Verwirklichung der „New World Order“ ist, bekämpft Putin vor allem deshalb, weil der russische Präsident keine Anstalten macht, sein Land ins neoliberale System der Globalisierung einzugliedern.

 

[Text: B. T.; Bild: Niccolò Caranti/wikimedia.org]