Dass sich leichtfertig verhängte Sanktionen als Bumerang erweisen können, bekommt nun Frankreich zu spüren. Paris hatte aufgrund des Drucks von USA und EU die Auslieferung von zwei Hubschrauberträgern der „Mistral“-Klasse an Russland verschoben und möchte nun das Rüstungsgeschäft auflösen. Das aber könnte sich, wie das französische Magazin „Le Point“ schreibt, als äußerst kostspieliges Unterfangen erweisen. Die Rede ist bis zu fünf Milliarden Euro.

„Anstatt dem französischen Schiffbau-Unternehmen DCNS einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro zu bringen, und den anderen an der Konstruktion beteiligten Unternehmen 980 Millionen Euro, könnte die Auflösung des Vertrags Frankreich zwischen zwei und fünf Milliarden Euro kosten“, heißt es in dem Artikel von „Le Point“. Das Magazin berichtet auch, dass es bei den Verhandlungen zwischen Frankreich und Russland „erhebliche Differenzen über die Höhe des Schadenersatzes“ für das geplatzte Rüstungsgeschäft gäbe.

Auch lässt Moskau Paris spüren, was es von der mangelnden Vertragstreue hält. Letzte Woche erklärte der stellvertretende russische Verteidigungsminister Dimitri Rogosin, dass Russland den Franzosen nicht erlauben werde, ohne seine Zustimmung die Schiffe an eine dritte Partei zu verkaufen. „Ohne unsere Einwilligung können sie nichts verkaufen“, sagte Rogosin.

 

 

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