Europa ist am Gängelband der USA. Das bestätigte nun auch Sergej Rjabkow. In einem Interview mit „International Affairs“ sagte der stellvertretende Außenminister Russlands, „ich glaube nicht, dass gegenwärtig Europa ein unabhängiger Akteur ist, insbesondere, wenn es um Russland geht“. Und Rjabkow führte weiter aus: „Sie (die Europäer, Anm.) haben ein Durcheinander und so einen Ballast in den Beziehungen zu Russland geschaffen, dass es für sie schwierig ist, das wieder loszuwerden.“

Zwar merkte der stellvertretende russische Außenminister an, dass manche europäische Politiker die Bereitschaft zeigen, normale Beziehungen zu Russland aufrechtzuerhalten, jedoch müssten diese Absichten mit Taten einzementiert werden. Dies nicht zuletzt deshalb, weil sich der Durchschnittsbürger in der EU normale Beziehungen zu Russland wünscht: „Wir sehen Aussagen, die die Meinung eines großen Teils der europäischen Bevölkerung widerspiegeln, vor allem jener, die mehr an normalen Beziehungen zu Russland, einschließlich der wirtschaftlichen, interessiert sind.“

Rjabkow ist überdies davon überzeugt, dass die kürzlich von den USA beschlossenen verschärften Sanktionen gegen sein Land dazu dienen, den Handlungsspielraum für Präsident Trump und seine Nachfolger einzuschränken. Tatsächlich lassen die Neokonservativen, die großen Einfluss auf die Außen- und Sicherheitspolitik haben, nichts unversucht, um die Spannungen mit Russland, das ihr Feindbild Nr. 1 ist, zu vergrößern. Und Europa, das Washington in geradezu hündischer Treue ergeben ist, begibt sich zu seinem eigenen Schaden in die Geiselhaft neokonservativer Hitzköpfe.

 

[Text: B. T.; Bild: CTBTO Photo/ Sophie Paris/ flickr]