Für italienische Linksterroristen, die sich nach Frankreich abgesetzt haben, könnten schon bald ungemütliche Zeiten anbrechen: „Ich ersuche den französischen Präsidenten, die Flüchtigen nach Italien zurückzuschicken, die nicht unter dem Eiffelturm Champagner trinken, sondern in einem Gefängnis in Italien verrotten sollten“, sagte der italienische Innenminister Matteo Salvini dem Sender Canale 5 TV.

Der Zeitung „La Repubblica“ zufolge leben neun verurteilte italienische Linksextremisten unbehelligt in Frankreich. Drei von ihnen wurden wegen der Beteiligung an der Entführung des italienischen Ministerpräsidenten Aldo Moro 1978 verurteilt. Mitte der 1980er Jahre bot der damalige sozialistische Präsident Frankreichs Francois Mitterrand den Linksextremisten aus dem Nachbarland Unterschlupf mit der Begründung, sie würden von der italienischen Justiz unfair behandelt werden. Anfang der 2000er Jahre wurde die „Mitterrand-Doktrin“ abgeschafft.

Ob die neun in Frankreich lebenden Linksextremisten tatsächlich an Italien ausgeliefert werden, muss sich erst zeigen. „Auslieferungsbegehren der italienischen Behörden werden von Fall zu Fall genau überprüft, so wie es in den letzten 15 Jahren der Fall war“, sagte ein Sprecher von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron.

Erst am 14. Jänner betrat der italienische Linksterrorist Cesare Battisti wieder heimatlichen Boden, wenn auch unfreiwillig. Der wegen vierfachen Mordes Verurteilte war 1981 aus dem Gefängnis geflohen und lebte seit 2007 in Brasilien. Ende 2018 setzte er sich angesichts der Amtsübernahme des rechtskonservativen Präsidenten Jair Bolsonaro nach Bolivien ab, wo er schließlich verhaftet werden konnte.

[Text: B.T.; Bild: wikipedia.orgPresidenza della Repubblica; Lizenz: -]