Saudi-Arabien versucht seine Staatsreligion des Wahabismus, der eine besonders rückwärtsgewandte Auslegung des Islam ist, auch in Kanada zu verbreiten. Wie von der Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentliche Dokumente belegen, gab es in den Jahren 2012 und 2013 mehrere Gespräche zwischen Mitarbeitern von Behörden in Riad und Diplomaten der saudischen Botschaft in Ottawa. Bei den Gesprächen ging es um Spenden an private islamische Schulen in Ottawa und Mississauga in Höhe von 211.000 kanadische Dollar (ca. 151.000 Euro) bzw. 134.000 US-Dollar (rund 96.000 Euro). Die Auslandsfinanzierung privater Schulen ist in Kanada nicht verboten.

Die Schulen, die Ausbaupläne hatten, hatten sich zuvor mit der Bitte um finanzielle Unterstützung an die saudische Botschaft gewandt. Mohamed Sheikh Ahmed von der Ottawa Islamic School sagte der Zeitung „The Globe and Mail“, seine Bildungseinrichtung „nimmt derzeit auf seiner Liegenschaft einen Ausbau von schätzungsweise vier Millionen Dollar vor, um dem Platzmangel Abhilfe zu schaffen“.

Dass die Saudis Einfluss auf den Inhalt der Leerpläne haben, wird hingegen bestritten, was nicht sehr glaubwürdig ist. Wie nämlich aus einem der veröffentlichen Dokumente hervorgeht, sind die Saudis bemüht, die Finanzierungen zu verschleiern. So wird etwa das Finanzministerium in Riad informiert, dass die erste Rate für die Unterstützung der Ottawa Islamic School per Scheck erfolgte.

 

B. T.

 

 

(Bild: Screenshot ottawaislamicschool.org)