Saudi-Arabien will konsequenter gegen illegale Einwanderer vorgehen. Wie die Zeitung „Al Hayat“ berichtete, bereitet der Schura-Rat, ein Gremium mit beratender Funktion, ein Programm zur Abschiebung von fünf Millionen illegalen Einwanderern vor. Insgesamt leben in dem Königreich rund 31 Millionen Menschen. Wie die Zeitung des Weiteren berichtete, fürchten die saudischen Behörden, dass die illegalen Einwanderer, wenn sie geduldet werden, irgendwann einmal eingebürgert werden wollen und Bürgerrechte verlangen.

Sadka Fadel, der Abgeordnete, der den Abschiebeplan im Schura-Rat eingebracht hat, ist der Meinung, dass Saudi-Arabien von illegalen Einwanderern aus Asien und Afrika überschwemmt wird. Der US-Geheimdienst CIA schätzt, dass die Bevölkerung des islamistisch-autoritär regierten Staates zu 90 Prozent aus Arabern und zu zehn Prozent aus Afrikanern und Asiaten besteht.

Fadel ist auch davon überzeugt, dass diese Einwanderer jeweils eine Aufenthaltsgenehmigung anstreben, um sich dann legal im Land zu integrieren. Dies bringe ein erhebliches politisches Risiko mit sich, so Fadel. Tatsächlich gab es bereits in der Vergangenheit großangelegte Abschiebekampagnen. Zwischen 2012 und 2015 wurden rund 243.000 Pakistanis ausgewiesen, einige von ihnen wegen Terrorismusverdacht.

Saudi-Arabien begann in den 1970er Jahren, massenweise Fremdarbeiter ins Land zu holen, weil sich die Saudis für „niedere“ Arbeiten zunehmend zu schade wurden. Mittlerweile sind etwa 30 Prozent der Einwohner Ausländer. Solange der Erdölpreis hoch war, funktionierte das System gut. Aber das änderte sich, nachdem der Erdölpreis 2014 dramatisch verfallen ist. Saudi-Arabien, das eine Jugendarbeitslosigkeit von 25 Prozent hat, kann es sich nicht mehr leisten, seine Bürger fürs Nichtstun zu bezahlen.

 

[Text: B. T.; Bild: Suliman Al-Kurishan/flickr]