Es gab kaum einen Macht habenden Politiker im Vereinigten Königreich und auch in der EU, der nicht mit aller Vehemenz für einen Verbleib in der EU geworben und gekämpft hätte. Auch andere Proponenten des herrschenden Systems, bis hin zum Erzbischof von Canterbury und sämtliche „Wirtschaftsexperten“ waren in die „Remain-Kampagne“ eingebunden.

Nichts hat es genützt. Und wahrscheinlich gerade deswegen. Die Bürger des UK aber auch aller anderen EU-Staaten sind Jahr für Jahr an der Nase herumgeführt, und von ihren Politikern angelogen worden. Ja, der amtierende Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat dies nicht einmal abgestritten, als er in einem Interview erklärte, man müsse lügen, wenn es ernst wird und sein „Credo“ preisgab, das da lautete, dass Verlogenheit und Profilierungssucht zum Anforderungsprofil eines Politikers gehörten.

Von all dieser Verlogenheit und der damit kaschierten, verfehlten Politik der sogenannten „Europäischen Integration“ hatten vor allem die Engländer nun genug. Und dabei waren sie nicht einmal Leidtragende der aktuellen europäischen Megakrisen, der katastrophalen Steuergeld vernichtenden Finanzpolitik von Merkel & Co. und der noch größeren, ebenfalls von Merkel zu verantwortenden Einwanderungskrise aus kulturfremden Regionen nach Mitteleuropa.

Aber der EU fällt nun auch etwas auf den Kopf, was primär ein deutscher Politiker zu verantworten hat. Der einstige Erweiterungskommissar Günter Verheugen hat entgegen gut gemeinten Ratschlägen 2004 die Aufnahme von zehn, vorwiegend osteuropäischen Staaten in Bausch und Bogen durchgesetzt. Ihm ist es auch „zu verdanken“, dass die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei vorangetrieben wurden.

Für die Briten war aber besonders schwerwiegend und hat letzten Endes nun den Austritt aus der EU zur Folge, dass Millionen der neuen EU-Bürger den britischen Arbeitsmarkt überfluteten und das Sozial- und Gesundheitssystem an den Rand des Kollapses beförderten.

Bis zu diesem ungezügelten Eingliederungsprozess 2004 war es „Gesetz“, dass ein Beitrittskandidat nur dann aufgenommen wurde, wenn er den Nachweis erbringen konnte, dass seine Wirtschaft reif für den gemeinsamen Markt war, und das Land innerhalb überschaubarer Zeit, den Standard der EU erreichen konnte.Und dass auch vor allem die Bürger des Beitrittslandes mit einer Verbesserung ihres Lebensstandards rechnen konnten, so dass es für sie nicht attraktiv genug war in andere EU-Staaten auszuwandern.

Das ist unter fadenscheinigen Vorwänden 2004 unterblieben, viele der damaligen Beitrittsländer sind auch heute, zwölf Jahre später, weit davon entfernt, dem EU-Standard auch nur nahe zu kommen.

Die Rechnung wurde nun von den Engländern, Walisern und Nordiren, präsentiert und die Eurokraten haben ein weiteres großes Problem mehr am Hals. Die Bürger in der EU haben aber nun eindrucksvoll lernen können, dass man sich nicht alles gefallen lassen muss, was die von Konzerninteressen getriebenen Brüsseler Eurokraten ihnen aufbürden wollen.

 

[Text: W. T.; Bild: European People's Party/flickr]