Die unkontrollierte Masseneinwanderung nach Europa setzt das Schengener Abkommen zusehends außer Kraft. Zuerst hat Schweden an der Grenze zu Dänemark wieder Passkontrollen eingeführt, und anschließend kündigte der dänische Ministerpräsident Lars Lökke Rasmussen Passkontrollen an der Grenze zur Bundesrepublik Deutschland an. Wenn andere nordische Länder an ihren Grenzen „den Riegel vorschieben“ könne dies entscheidende Konsequenzen für Dänemark haben, nämlich „zu mehr Asylanträgen führen“, sagte Rasmussen.

Doch auch viele hundert Kilometer weiter südlich werden Reisende beim Übertritt einer Schengen-Grenze schon bald den Beamten ein gültiges Reisedokument vorweisen müssen. Wie die Mailänder Zeitung „Corriere della Sera“ berichtet, will Italien wieder seine Grenze zu Slowenien kontrollieren. Die von der Regierung in Rom geplante Maßnahme soll auch für Bahnreisende gelten. Dem italienischen Innenministerium zufolge hat in den letzten Wochen die Zahl illegaler Grenzübertritte durch sogenannte Flüchtlinge stark zugenommen. Inzwischen kommen pro Woche rund 400 illegale Einwanderer von Slowenien aus nach Italien.

Die zunehmende Beliebtheit der Balkanroute hat übrigens dazu geführt, dass Italien 2015 einen Rückgang illegaler Einwanderer um neun Prozent verzeichnen konnte. Laut Innenministerium in Rom kamen im Vorjahr immerhin noch 153.842 „Flüchtlinge“ ins Land. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Salzburg.



Text: B. T.
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