Kommentare in den etablierten Medien aus Anlass des Beginns der Zeugenbefragungen im Hypo-Untersuchungsausschuss versuchen, den verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und den ehemaligen Direktor der Hypo Alpe Adria, den zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilten Wolfgang Kulterer, in den Mittelpunkt zu rücken. Über das Bundesland Kärnten, das in finanziellen Nöten steckt und geradezu kniefällig bei der Bundesfinanzierungsagentur um weitere Kredite betteln muss, soll wieder einmal ein mediales Scherbengericht veranstaltet werden.

Man darf gespannt sein, ob im Hypo-U-Ausschuss die richtigen Schlüsse gezogen werden: Dass nämlich SPÖ und ÖVP, die die Hypo Alpe Adria im Dezember 2009 ohne Not zwangsverstaatlicht haben, für das Desaster verantwortlich sind und nicht Haider, der die Bank zum richtigen Zeitpunkt an die Bayern verkauft hat. Bundeskanzler und SPÖ-Chef war bereits 2009 Werner Faymann, und ÖVP-Obmann und Finanzminister Josef Pröll, der nach seinem krankheitsbedingten Ausscheiden aus der Politik heute sein Auskommen mit Vorstandsbezügen im Raiffeisen-Konzern findet.

Das bedeutet wiederum, dass ein möglicher ÖVP-CSU-Deal zugunsten von Bayerischer Landesbank und Raiffeisen genau zu untersuchen sein wird.

 

A. M.

 

 

(Bild: JJ55/wikimedia.org)