Noch vor wenigen Monaten – Anfang Mai – wurde beim so genannten „Bankomaten-Gipfel“ von Finanzminister Hans-Jörg Schelling (ÖVP) großspurig verkündet, dass es „keine Bankomatgebühr in Österreich“ geben werde – Grund für diese „Gipfel“ waren die Überlegungen von Sparkassen und Erste Bank solche Gebühren einzuführen. Doch weit gefehlt, seit wenigen Tagen wird beim Abheben von Bargeld eine Gebühr, in der Höhe von 1,95 Euro verrechnet.

Betroffen sind momentan nur Geldautomaten der Firma Euronet. „Seit einigen Tagen fallen bei unseren Bankomaten in Österreich Gebühren an“, bestätigte ein Sprecher des Unternehmens in einem Gespräch mit der „Presse“. Euronet betreibt nach eigenen Angaben nur rund 80 Bankomaten in Österreich, was bei ca. 8800 Geldautomaten noch eine überschaubare Menge ist.

Nun heißt es für Konsumenten aufgepasst, denn der Verweis auf die Gebühr wird nur sehr „dezent“ angezeigt: Denn erst im allerletzten Schritt erscheint in kleiner Schrift auf dem Display: „Der Eigentümer diese Terminals, Euronet 360 Limited, wird dem Karteninhaber für die gewählte Transaktion eine Gebühr von 1,95 Euro berechnen. Diese Gebühr wird zusätzlich zu den eventuell anfallenden Gebühren die Ihr kartenausgebendes Kreditinstitut veranschlagt, berechnet. Wenn Sie mit der Gebührenerhebung einverstanden sind und Fortfahren möchten, drücken Sie bitte ,Annehmen‘. Wenn Sie keine Gebühr bezahlen und diese Transaktion abbrechen möchten, drücken Sie bitte ,Abbruch‘ auf dem Bedienfeld“.

Besonders aufpassen muss man bei Geldautomaten bei Supermärkten wie z. B. Spar, denn diese sind häufig von Privaten ausländischen Betreibern, wie eben Euronet. Erste Bank-Sprecher Michael Mauritz bestätigt, dass bei heimischen Geldautomatenbetreibern das Abheben weiterhin gratis bleibt – man darf sich nur fragen, wie lange noch…

 

[Text: W.-R. M.; Bild: andreas/wikimedia.org]