Österreichs kritische Haltung zur Fortführung der Beitrittsverhandlungen der Türkei zur EU haben Erdogan veranlasst, die Teilnahme österreichischer Militärs an NATO-Übungen zu verhindern. Dies ermöglicht das Veto-Recht, das jeder NATO-Staat hat.

Betroffen von dieser Verhinderungspolitik der Türkei kann letztlich auch das österreichische Kontingent am Balkan sein. Dort sind derzeit rund 700 österreichische Soldaten im Rahmen der Partnerschaft für den Frieden der NATO im Einsatz. Diese sollen nun nach Auslaufen der aktuellen Mission wegen des Türkei-Vetos durch andere ersetzt werden.

Dies ist für Österreichs Verteidigungsminister Doskozil Anlass zur Kritik. Im ORF-Report beklagte er: „Wir nehmen am Balkan eine schleichende Islamisierung wahr“ und warnte gleichzeitig für den Fall des Ausschlusses Österreichs von der Friedensmission, dass es nicht vertretbar wäre, „dass möglicherweise die Türkei hinkünftig mehr Truppen am Balkan stellen wird.“

 

[Text: W. T.; Bild: Bundesheer/Pusch]