Ganze 5.500 Flüchtlinge wurden am vergangenen Wochenende allein an einem Tag aus dem Mittelmeer gefischt. Am vergangenen Freitag seien Funksprüche mit Hilferufe von 13 Schlauchbooten und neun Fischerbooten eingegangen, und die Marineeinheiten von Deutschland, Irland und anderen EU-Staaten hätten dann diese Menschen aus dem Meer gefischt.

Völlig ungehindert können die Schlepperbanden gegenwärtig die Flüchtlinge von der libyschen Küste aus in desolaten Booten und Flößen auf das Mittelmeer bringen, sie brauchen dann offenbar nur noch die Funksprüche abzusetzen, denen die EU-Marineeinheiten unmittelbar Folge leisten und die Flüchtlinge werden geborgen und nach EU-Europa geschafft. Dazu bedarf es keiner größeren seetüchtigen Schiffe mehr, sondern bloß noch entsprechender Schlauchboote, da man davon ausgeht, dass die Marineeinheiten schnell eingreifen.

Somit sieht es so aus, als würden die EU-Marineeinheiten mit den Schleppern nahezu schon kooperieren. Jedenfalls wird es gegenwärtig von den Schleppern und in Libyen wartenden Flüchtlingen – mehrere 100.000 sind es – geradezu als Einladung gewertet, die gefährliche See zu überqueren und illegal nach Europa zu reisen.

Die bereits nun vorhandene Asylantenmisere in den EU-Mitgliedstaat dürfte sich somit in den kommenden Wochen und Monaten noch verschärfen, da zu den rund 50.000 bis 60.000 Menschen, die bisher in diesem Jahr über das Mittelmeer gekommen sind, noch 100.000 weitere dazukommen dürften.

 

A. M.

 

 

(Bild: Noborder Network/Flickr)