20.000 illegale Einwanderer aus Eritrea und dem Sudan bekommen in diesen Tagen ein Schriftstück von der israelischen Einwanderungsbehörde, über das sie sich nicht freuen dürften. Denn die Afrikaner werden aufgefordert, binnen 60 Tagen Israel zu verlassen. „In einer ersten Stufe erhalten kinderlose Männer die Benachrichtigung, wenn sie kommen, um ihre Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern“, schreibt die Zeitung „Haaretz“. In Israel lebende Sudanesen müssen alle zwei Monate ihre Aufenthaltsgenehmigung verlängern. Vorläufig nicht abgeschoben werden jene 39.000 Einwanderer aus Eritrea oder Sudan, die Frauen, Kinder oder Väter von Kindern sind.

Jene Afrikaner, welche die Anweisung zur Ausreise missachten, müssen mit ihrer Inhaftierung rechnen. Und anders als in Europa hilft auch keine Gefühlsduselei oder ein Druck auf die Tränendrüse. „Sie sagten mir, ich muss nach 60 Tagen das Land verlassen haben. Ich sagte ihnen, ich kann das nicht, weil es dort ein Problem gibt, weshalb ich hierhergekommen bin“, zitiert die Zeitung einen illegalen Einwanderer aus Eritrea. Der Mann erklärte, er würde lieber ins Gefängnis gehen als in seine Heimat zurückzukehren.

Wie es scheint, möchte der Eritreer in einem Gefängnis auf Kosten der israelischen Steuerzahler untergebracht und verköstigt werden. Denn der Staat Israel hat mit sicheren Drittstaaten in Afrika Abkommen abgeschlossen, in denen sich letztere zur Aufnahme der Sudanesen und Eritreer verpflichten. Das Argument, im Falle einer Rückkehr drohe Folter oder Tod zieht also nicht.

Und übrigens: Von den israelischen Behörden werden illegale Einwanderer, die von Ägypten über die Landgrenze kommen, anders bezeichnet als die hunderttausenden Asyl-Einwanderer in Europa, nämlich als „Eindringlinge“.

[Text: B. T.; Bild: Wikipedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International]