Woran erkennt man den Ausbruch des Sommerlochs? Anhand tagelanger Berichterstattung über Petitessen, wo einem alles irgendwie bekannt vorkommt, aber man es sich trotzdem nicht wirklich merkt. Ein Beispiel hierfür sind die Berichte über den Gipfel zwischen US-Präsident Trump und seinem russischen Pendant Putin.

Trump wird dafür kritisiert, dass es zu keinerlei konkreten Vereinbarungen gekommen sei und er Putin vorschnell von der Wahlkampfaffäre freigesprochen hätte. Nun wird seitenlang über die Frage diskutiert, wer wann was gesagt, wer wann welchen Satz oder Satzteil ausgelassen hat. Hinzu kommt die ermüdende Hitze, sodass wirklich nur mehr ein Gähnen als seriöse Reaktion verbleibt.

Dabei haben Trump und Putin das beherzigt, was der ehemalige Deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) bereits predigte. Je größer und je überladener der Gipfel, umso weniger kommt heraus. Zudem musste angesichts des zerbrochenen Porzellans eine neue Gesprächsbasis aufgebaut werden. Dies ist beiden Staatsmännern sichtlich gelungen. Somit besteht die Möglichkeit weiterer Treffen, wo immer konkretere Ziele erreicht werden können.

Wer ein Interesse daran hat, sämtliche Erfolge Trumps zu torpedieren oder eine geopolitische Annäherung der beiden größten Atommächte zu verhindern, wird die behauptete Einmischung in den Wahlkampf immer wieder aufwärmen. Verkompliziert wird die Sache noch durch die moderne Medienlandschaft. Bereits Schmidt kritisierte die Hauptstadtjournalisten als Wegelagerer, die mit ihrer Schlagzeilensucht langfristige Politik verunmöglichen.

[Text: G.B.; Bild: Wikipedia.org/Ladislaus Hoffner; Lizenz: CC BY-SA 4.0]