Dieser Tage absolvierte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Staatsbesuch im Senegal, in Ghana und in Nigeria, um Themen wie die Wirtschaftsbeziehungen und die Migrationsproblematik zu besprechen. Etwas skurril war der Empfang am Flughafen der senegalesischen Hauptstadt Dakar, wo Merkel von einer Militärkapelle mit dem Lied „Schöne Maid, hast du heut‘ für mich Zeit“ begrüßt wurde.

Diese kabarettreife Episode darf aber nicht über den Ernst des Problems der illegalen Migration von Westafrika nach Deutschland hinwegtäuschen. So leben in der Bundesrepublik rund 30.000 abgelehnte und somit ausreisepflichtige Asylwerber aus Nigeria, etwa 5.000 aus Ghana und rund 2.000 aus dem Senegal. Das sind aber nur die offiziellen Zahlen und die Spitze des Eisbergs. Zudem hat Deutschland bereits in den 1990er Jahren Nigeria und Ghana zu sicheren Herkunftsländern erklärt, und die Aussicht für Personen aus diesen Ländern auf Asyl in der Bundesrepublik ist nur sehr gering. Bei Nigerianern liegt die Anerkennungsquote bei etwa 15 Prozent.

Das Ziel der Merkel-Regierung in Westafrika ist es, den Menschen zu sagen, dass sich der Versuch, als Asylwerber nach Deutschland zu kommen, nicht lohnt. Gleichzeitig aber will die bundesdeutsche Regierung dem Vernehmen nach Wege der legalen Einwanderung ausbauen. Argumentiert wird einmal mehr, dass Deutschland Fachkräfte brauche. Aber das ist der falsche Weg, weil die Einwanderung fortgesetzt wäre, besser wäre stattdessen eine Arbeit auf Zeit, wie sie der Weltbank-Ökonom Robert Holzmann vorschlägt.

Skurril war übrigens auch, dass die Militärkapelle in Dakar anlässlich des Besuchs von Merkel auch das bekannte Lied „Ja, mir san mit’m Radl da“ spielte. Ob das ein Hinweis darauf ist, welches Verkehrsmittel westafrikanische Migranten künftig bei ihrem Weg nach Europa benützen wollen, ist aber nicht bekannt.

[Text: A.M.; Bild: Wikipedia/European People's Party; Lizenz: CC BY 2.0]