Das erschreckende Bild ging um die Welt. Ein kleiner Junge tot am Strand. Ertrunken bei dem Versuch seiner Eltern, mit einem untauglichen Boot nach Europa zu gelangen. Die Schuldzuweisungen ließen nicht lange auf sich warten. Hätte die EU die Grenzen geöffnet! Hätte man die Flüchtlinge mit Flieger und Schiff geholt! Die Festung Europa hat das Leben von Kindern auf dem Gewissen.
Niemanden, selbst nicht den konsequentesten Verfechter einer strengen Migrationspolitik, lassen solche Schicksale kalt. Jedoch stellt sich die Frage nach der wahren Verantwortung sowie der wahren Instrumentalisierung von Gesundheit und Leben der wehrlosesten Schutzbefohlenen.
Selbst der Verweis auf die Tatsache, dass das australische Modell einer „No Way“-Politik Leben rettet und nicht kostet, wurde als kaltblütig und zynisch abgetan. Eine ähnliche Diskussion erschütterte die USA. Weinende Kinder, welche von ihren Eltern getrennt wurden, die versucht haben die mexikanisch-amerikanische Grenze illegal zu überqueren.
Und wieder waren die Argumente und die Vorwürfe gegen republikanische Politiker gerichtet, die versuchen, die illegale Einwanderung einzudämmen. In ein Land, welches Strebsame sowie Integrationswillige stets mit offenen Armen willkommen geheißen hat. Welches jedoch in Bezug auf illegale Migration die Zügel straffer anziehen muss, aufgrund von Integrationsunwilligkeit sowie Kriminalität.
Eine Moderatorin brach sogar in Tränen aus, angesichts der Bilder. Aber wo bleibt die Frage nach der Verantwortung der Eltern für ihre Kinder. Würde ein westliches Jugendamt Kinder bei ihren Eltern belassen, sollten sich diese mit ihnen in eine Nussschale setzen, um ein Meer zu überqueren? Oder mit ihnen versuchen in einem überladenen LKW oder gar zu Fuß eine Wüste zu durchqueren? Nein. Westliche Jugendämter nehmen unschuldig gestrauchelten Mittelständlern ihre Kinder weg.
Brechen Moderatorinnen wegen vergewaltigter und ermordeter Kinder oder jungen Frauen in Tränen aus?

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[Bild: ZZ-Archiv]