In seinem Jahresrückblick, der am 24. Dezember ins Internet gestellt wurde, lobt sich das US-Außenministerium selbst. Und dabei geht mitunter jeglicher Bezug zur Realität verloren. Denn es ist zu lesen, die Vereinigten Staaten hätten „Syrien Frieden und Sicherheit gebracht“. Zwar habe sich der Konflikt in Syrien „im Laufe des Jahres 2015 auf tragische Weise“ entwickelt. Schuld daran ist nach Auffassung Washingtons natürlich der rechtmäßige Präsident Syriens, Baschar al-Assad. Denn die von seinem Regime verübten Menschenrechtsverletzungen seien eine „schwere Bürde“ für die Syrer und angeblich der wahre Grund für die Fluchtwelle nach Europa.

Aber zum Glück für die leidgeprüften Syrer sei „Uncle Sam“ zu Hilfe geeilt. Denn die „Vereinigten Staaten und viele Mitglieder der Staatengemeinschaft sind über sich selbst hinausgewachsen, um dem syrischen Volk in seiner schweren Stunde zu helfen“, wird in der Lobhudelei des US-Außenministeriums allen Ernstes behauptet.

Laut Angaben der „Vereinten Nationen“ hat der seit bald fünf Jahren dauernde Bürgerkrieg in Syrien rund 250.000 Menschen das Leben gekostet und elf Millionen zu Flüchtlingen gemacht. Mit verantwortlich dafür ist auch die verfehlte Politik Washingtons, um jeden Preis einen „Regimewechsel“ in Damaskus herbeizuführen, um auch dieses Land unter seine Kontrolle zu bringen. Dabei lieferten die USA Waffen an die sogenannten „moderaten Reellen“, die sich rasch in den Reihen des IS oder anderer islamistischer Gruppen wiederfanden.

 

 

Text: B. T.

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