Auch wenn es nicht in das Weltbild der politisch Korrekten passt: Die Mordmeldungen aus den USA von Dallas und nun auch Baton Rouge belegen nicht nur die Existenz des schwarzen Rassismus, sie erinnern auch an die Tatsache, dass dieser schon lange in den USA beheimatet und keineswegs nur eine Reaktion auf jüngere Ereignisse ist. Die von den Medien hochgespielten Tötungen von Schwarzen durch US-Polizisten und der dadurch herbeigeredete angebliche Rassismus der Weißen, ist die eine Seite. Auf der anderen haben wir einen Mörder der Anhänger einer von vielen als rassistisch eingestuften schwarzen Organisation ist, die seit Jahrzehnten ihr abstruses Geschichtsbild verbreitet.

Der in Baton Rouge ebenfalls getötete Täter hieß Gavin Long alias Cosmo Ausar Setepenra. Diesen Namen gab er sich 2015 und bezeichnete sich von da an als Anhänger der „Washitaw-Nation“ (nach einem Fluss in Oklahoma benannt). Deren Mitglieder behaupten, ihre Vorfahren wären Ureinwohner Amerikas. Diese sektenartige Vereinigung geht davon aus, dass afrikanische „Seefahrer“ tausende Jahre vor Columbus Teile Amerikas besiedelte und eine der frühen Hochkulturen in Amerika begründet haben. Die Anhänger der „Washita Nation“ behaupten: Die meisten Schwarzen in Nordamerika sind unwissentlich Abkömmlinge dieser indigenen Schwarzen und stammen nicht von schwarz-afrikanischen Sklaven ab! ...

Auf „Twitter“ meldete der Täter und Anhänger dieser abstrusen Theorien erst vor Kurzem: „Gewalt ist nicht die Antwort (es ist eine Antwort)“, schrieb er. Weiter hieß es: „Wann erhebt Ihr Euch endlich, damit Eure Leute nicht wie die Ureinwohner ausgerottet werden?“

 

[Text: H. W.; Bild: Tampa Gator/wikimedia.org]