Schweden wird immer unsicherer. „Handgranaten und Bandengewalt erschüttern Schwedens Mittelklasse“, titelte kürzlich die „New York Times“. Anlass der Hintergrundgeschichte war ein Zwischenfall, der sich bereits Anfang Jänner in Varby Gard, einem Vorort der Hauptstadt Stockholm, ereignet hatte. Ein 63-jähriger Mann war auf dem Heimweg von der Arbeit, als er einen „runden Gegenstand“ am Boden sah und diesen in die Hand nahm. Das war ein tödlicher Fehler. Denn der „runde Gegenstand“ war eine M-75-Handgranate, die explodierte und den Mann tötete. M-75-Handgranaten wurden im ehemaligen Jugoslawien hergestellt, und unzählige Granaten dieses Typs landeten nach dem Ende der Zerfallskriege Jugoslawiens auf dem Schwarzmarkt.

Und nicht wenige Handgranaten finden ihren Weg in das skandinavische Land, wo sie jedoch nicht von Einheimischen, sondern von Einwanderern erworben werden. So schreibt die „New York Times“, Waffen aus weit entfernten, lange zurückliegenden Kriegen strömen in die von Einwanderern bewohnten Viertel schwedischer Städte. Auch wenn die Mordrate in Schweden im Vergleich zu US-amerikanischen Verhältnissen (noch) niedrig und die Zahl der Gewaltverbrechen (noch) stabil sei, gibt es dennoch eine besorgniserregende Entwicklung: „Bandenanschläge und Schießereien nehmen zu, und sie Zahl der Stadtviertel, die von der Polizei als ‚geschädigt durch Verbrechen, soziale Unruhen und Unsicherheit‘ bezeichnet werden, steigt.“

In aller Offenheit schildert das Blatt die Verhältnisse im einstigen Musterland. So schwappt die Bandengewalt, die lange Zeit in Stadtteilen mit niedrigem Einkommen eingedämmt werden konnte, nun über. In den Krankenhäusern der größeren Städte komme es in der Notaufnahme immer wieder zu „bewaffneten Auseinandersetzungen“, und Waffen an den Schulen seien „Alltag“. Und mittlerweile ist die Gewalt ausländischer Banden nicht mehr auf Problemviertel beschränkt. Denn Ende Februar wurden in der Stadt Uppsala zwei Männer verhaftet, die Handgranaten auf das Haus eines Bankangestellten warfen, der Betrugsfälle untersucht. Und was den tödlichen Zwischenfall in Stockholm betrifft, glaubt die Polizei, dass die Handgranate von einer Bande geworfen wurde, um eine rivalisierende Bande oder Polizeibeamte zu treffen.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia/MoserB]