„Schweiß spart Blut“ oder wie Vergetius über die römischen Legionen schrieb: „Ihre Übungen sind wie unblutige Schlachten, ihre Schlachten sind wie blutige Übungen.“ Unsere postheroische Gesellschaft kann derlei Überlegungen wenig abgewinnen. Die Diskussion, welche Verteidigungsminister Kunasek, in Bezug auf eine Verlängerung des Wehrdienstes angeregt hatte, fi ndet laut Umfragen keine Mehrheit.
Einerseits muss man bedenken, dass der Vorstoß medial nicht vorbereitet wurde, sodass bei einer entsprechenden Informationskampagne durchaus noch eine Mehrheit zu gewinnen wäre.
Andererseits ist es erst fünf Jahre her, dass eine große Mehrheit für die Beibehaltung des Wehrdienstes votierte. Zudem hat das Bundesheer bereits unter Minister Doskozil eine Attraktivierungskampagne für den Dienst an der Waffe gestartet. In Kombination mit den Bildern überfl uteter Grenzen im Jahre 2015 müsste eine größere Bereitschaft bestehen, den Wehrdienst wieder auszuweiten.
Der Personalstand des Bundesheeres wird durch demographische wie gesellschaftliche Faktoren bestimmt. Die Stärke der Geburtenjahrgänge nimmt ab, die Zahlen im Hinblick auf den Wehrersatzdienst sind schwankend, aber im Moment wieder zugunsten des Wehrdienstes leicht steigend, die Zahl der Untauglichen seit Jahren alarmierend ansteigend.
Somit nimmt die Zahl verfügbarer Rekruten und dadurch auch die Zahl potentieller Dienstverlängerer und späterer Berufssoldaten ab. Bei gleichzeitiger Reduktion der Länge des Wehrdienstes von acht auf sechs Monaten. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Bedrohungen nicht abnehmen, sondern zunehmen.
Nach der fünfwöchigen Basisausbildung erfolgt die spezifi sche Ausbildung bei der jeweiligen Waffengattung. Im Anschluss daran sollte das Erlernte zuerst auf Bataillonsebene und im Anschluss auf Brigadeebene verfestigt werden. Hinzu kommen Assistenzeinsätze etc. Sechs Monate sind so gesehen überaus knapp bemessen.

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