Die Schweiz hat wenig Verständnis für Ausländer, die den Sozialstaat ausnutzen. Das musste nun eine 62-jährige Frau aus einem Drittstaat erkennen, der nach knapp 17-jährigem Aufenthalt in der Eidgenossenschaft die Niederlassungsbewilligung entzogen wurde. Arbeit scheint nicht die Sache der Ausländerin gewesen zu sein, wie die „Neue Zürcher Zeitung“ schreibt: „2001 kam sie als Touristin in die Schweiz und heiratete nach einigen Monaten einen Landsmann. Sie bezog nun über fast 5 Jahre Sozialhilfe.“

Zwischendurch arbeitete die Ausländerin zweieinhalb Jahre als Küchenhilfe im Restaurant ihres Sohnes, um dann wieder dem Sozialstaat zur Last zu fallen: „Die Frau wurde 2010 indes entlassen, und nach zwei Jahren mit Arbeitslosenunterstützung erhielt sie wiederum Sozialhilfe.“ Im Mai 2016 reichte es dem Zürcher Migrationsamt, die Behörde entzog der Ausländerin – die Staatsangehörigkeit der Frau wird nicht genannt – die Niederlassungsbewilligung.

Nun wies das Verwaltungsgericht die Berufung der Frau ab. Dass sie Betreuungspflichten für ihren Enkel geltend machte, spielte dabei keine Rolle. Die Richter stellten, wie die „NZZ“ berichtete, vorrangig darauf ab, dass die Frau eine Belastung für das Sozialsystem ist: „Weil sie weniger als drei Jahre in der Schweiz gearbeitet habe, würde ein Großteil ihres Lebensunterhalts zukünftig von Ergänzungsleistungen abgedeckt werden.“ Außerdem wird kritisiert, dass die Ausländerin trotz langen Aufenthalts in der Schweiz kaum Deutsch spricht und zu wenig getan hat, um eine Arbeit zu finden.

[Text: B. T.; Bild: Wikipedia/Roland zh; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported]