Egerkingen ist bislang außerhalb des Kantons Solothurn nur wenigen Schweizern bekannt. Aber das könnte sich nun ändern. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ berichtet, führt die rund 3.000 Einwohner zählende Gemeinde mit Beginn des Schuljahres 2016/17 eine rigorose Deutschpflicht auf dem Areal der Primarschule ein, also auch auf dem Pausenhof. Schüler, die gegen die Deutschpflicht verstoßen, sowie deren Eltern müssen mit Sanktionen rechnen.

Dazu hat der Gemeinderat von Egerkingen einen dreistufigen Sanktionsmechanismus beschlossen: Wer das erste Mal erwischt wird, bekommt einen mündlichen Verweis, danach einen schriftlichen Verweis. Beim dritten Verstoß muss der betreffende Schüler nachsitzen. Vorgesehen sind dabei bis zu zehn Extra-Stunden Deutschunterricht. Und diese müssen natürlich von den Eltern bezahlt werden, was sich mit bis zu 550 Schweizer Franken (knapp 500 Euro) zu Buche schlägt.

Die von der Solothurner Gemeinde getroffene Regelung ist nicht unumstritten, und die Egerkinger Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi räumt ein, dass die Deutschpflicht rechtlich „vielleicht etwas in einem Graubereich“ sei. Allerdings musste die nicht unumstrittene Maßnahme zum Schutz der Schweizer Kinder getroffen werden: „Es kann nicht sein, dass die Schweizer Kinder ausgegrenzt werden“, sagt Bartholdi.

 

[Text: B. T.; Bild: Last Ninja/wikimedia.org]